Wie man sich mit knapp 40 doch noch in Hostels wohlfühlt

Vor vier Jahren begab ich mich mit Rucksack auf Weltreise – mit Ende Dreißig nicht gerade in einem Alter, in dem der typische Backpacker loszieht.

Das könnt ihr euch schon denken: Ich war gänzlich backpacking-unerfahren. Bevor die Reise losging, graute mir schon vor Hostels Unterkünfte, in denen man sich die Stockbetten mit einigen anderen Reisenden teilte. Ich hatte Bedenken, ob ich mit einem geringen Budget auch überall Zimmer mit Dusche finden würde. Ich wollte zwar Geld sparen, aber dennoch nicht auf einen gewissen Komfort verzichten,

Mein erster längerer Stopp war in Südostasien. Ich wehrte mich ein halbes Jahr lang, mir das Zimmer mit anderen Reisenden zu teilen, und nahm es in Kauf, ständig den Preis eines Doppelzimmers zu zahlen. Einzelzimmer sind mir in Thailand und anderen Ländern dort nicht untergekommen.

Eine viertägige Bootsreise in Indonesien heilte mich von meinem “Ich brauche mein eigenes Zimmer mit Dusche”-Trip. Auf dem völlig überfüllten Boot waren wir zum Schlafen auf dünnen Matratzen, die nicht breiter waren als eine typische Campingunterlage, auf dem Dach des Ausflugsschiffs zusammengepfercht. Ohne nur einen Zentimeter Abstand verbrachte man neben jemanden die Nacht, den man zwölf Stunden zuvor noch nicht gekannt hatte. Es versteht sich von selbst, dass man nachts immer wieder geweckt wurde, durch Arme oder Beine der Nachbarn, die sich im Schlaf ihren Weg suchten.

Als ich diesen Trip – übrigens ohne Dusche und fließend Wasser an Bord – heil überstanden hatte, wusste ich: Eine Nacht in einem Gemeinschaftszimmer mit Stockbetten in einem Hostel kann nur halb so schlimm werden. Und ich behielt recht. Ab diesem Zeitpunkt buchte ich meine Unterkünfte nur mehr in Schlafsälen in Hostels und ich sparte dadurch nicht nur jede Menge Geld, sondern lernte auf diese Weise fast täglich neue Menschen kennen.

Dennoch gab es nicht nur positive Erlebnisse: Ich übernachtete auch in Zimmern ohne Fenster, in einem sogenannten Partyhostel, wo man vor sechs Uhr morgens kein Auge zutat oder in einem Hostel, wo ich der einzige Gast war.

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